Immobilie und Gesellschaft

Deutschlands begehrteste Mietwohnungen – Auswertung des Maklerportals ImmobilienScout24

08.

Juli 2021

Die meistgesuchte Mietwohnung in Deutschland ist 66 Quadratmeter groß, hat zweieinhalb Zimmer und kostet 446 Euro kalt. Dabei übersteigt die Nachfrage das Angebot, denn durchschnittlich bekommt ein solches Inserat 150 Anfragen, in gefragten Städten sogar bis zu 1.700. Das ist das Ergebnis einer Studie von ImmoScout24.

40.000 Mietwohnungsinserate hat das Maklerportal in 400 Städten und Kreisen für das Jahr 2020 ausgewertet. Die Studienautoren stellten fest, dass die Mietpreise aufgrund des Angebotsmangels enorm gestiegen sind. In den zurückliegenden fünf Jahren war das Mietpreiswachstum in Berlin mit 36 Prozent mit Abstand am stärksten. Hinter Berlin folgt Nordrhein-Westfalen mit 15 Prozent. Vergleichsweise moderat ist das Wachstum in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit jeweils 9 Prozent.

Insgesamt führe diese Entwicklung dazu, dass Bewerber vermehrt nach kleineren Wohnungen suchen, um den steigenden Preisen zu entgehen. In den Metropolen Berlin, Stuttgart und München, wo die Preise zuletzt am stärksten gestiegen sind, sank die Wohnfläche der meistgesuchten Wohnungen bereits auf 45 bis 55 Quadratmeter. Die Bewerberzahl pro Wohnung betrug zwischen 1.377 und 2.017. Besonders begehrt ist dieser Wohnungstyp in Berlin: Dort suchen Bewerber primär nach 49 Quadratmeter Wohnfläche, zwei Zimmern und 426 Euro Kaltmiete.

„Baut, was gesucht wird!“

Worauf ImmoScout24 mit der Studie aufmerksam machen möchte, ist die Wohnungsnot in Deutschland. 400.000 Wohnungen wurden im Jahr 2020 benötigt. Dabei stützt sich die Onlineplattform auf eine Studie der KfW-Förderbank, der zufolge 350.000 bis 400.000 Wohnungen jährlich gebaut werden müssten, um die steigende Nachfrage zu decken. 2020 lag die Zahl der geplanten bezugsfertigen Wohnungen bei 316.550 und somit weit unter dem benötigten Bedarf. Das Problem sei, so die Studienautoren, dass rund zehn Prozent der Baugenehmigungen innerhalb der vorgeschriebenen Realisierungsfrist von vier Jahren nicht realisiert würden. Denn danach verfällt die Baugenehmigung und muss wieder neu beantragt und bezahlt werden. Der deutschen Wohnungswirtschaft gehe auf diese Weise dringend benötigter Wohnraum verloren. Hinzu komme, dass es an Bauland fehle. Die Feststellung der Studie: Viel zu oft wird am Bedarf vorbei gebaut. „Baut, was gesucht wird!“ appelliert das Maklerportal daher an die Branche.

Quellen www.haufe.de www.immobilienscout24.de

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