Der Weg zur Immobilie

Wohnbau der Zukunft – was sind die Baustoffe von morgen?

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24.

Juli 2021

Die Nachfrage nach den Baustoffen Kies, Sand und Holz ist während der Corona-Pandemie enorm gestiegen, der Nachschub wurde knapp. Die Preise sind gemäß den Zahlen des Statistischen Bundesamts seit 2020 in Einzelfällen um mehr als 80 Prozent gestiegen. Vor diesem Hintergrund und der sukzessiven Umsetzung der Klimaziele der Bundesregierung gilt es, nach nachhaltigen und regionalen Baustoffen Ausschau zu halten. Welche Optionen haben Eigentümer und wie sieht der Wohnbau von morgen aus?

Appell an die Nachhaltigkeit

Holz gibt es hierzulande im Übermaß, das Problem: Es ist ein Verkaufsschlager. Deutsches Holz wird überwiegend nach Nordamerika und China exportiert. Im Zuge der Verknappung und der steigenden Nachfrage appellierten Handwerker und Verarbeiter darum an die Bundesregierung, es solle einen vorübergehenden Exportstopp geben. Das würde verhindern, dass die Preise weiter steigen.

Neue Technologien sind auch wegen der stetig steigenden Baustoffpreise auf dem Vormarsch. Hierbei liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit und regionaler Verfügbarkeit. Ein nachhaltiger Baustoff muss nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) unterschiedliche Kriterien aufweisen. Es geht um eine lange Lebensdauer, niedrige Kosten für die Wartung, Verschleiß und Recycling. Einerseits hat Holz beispielsweise einen sehr geringen CO2-Fußabdruck und bietet sich darum als Alternative für Kies und Sand an, da diese im Zuge der steigenden Nachfrage auch immer weniger verfügbar sind. Ein weiterer Vorteil: Holz ist regional verfügbar, die CO2-Kosten für den Transport fallen niedrig aus.

Andererseits ist Holz weniger haltbar als Beton oder Metall und kommt deshalb etwa für den Tiefbau nicht infrage. Beton und Metall haben zwar eine sehr lange Lebensdauer, lassen sich allerdings ausschließlich unter großem Aufwand recyceln.

Welche Alternativen gibt es?

Kork und Lehm etablieren sich als nachhaltige Baustoffe immer mehr. Der Grund hierfür ist, dass Kork Wärme und Schall im Vergleich mit anderen Baustoffen sehr gut isoliert. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Stoff hervorragend Feuchtigkeit diffundiert. Damit eignet er sich besonders für die Sanierung von Altbauten. Auch Lehm wird immer beliebter: Den mineralischen Baustoff zeichnet ein besonders effektives Feuchte-Ausgleichsvermögen für Innenwandoberflächen aus. Das liegt an der Schichtstruktur des Lehms. Liegt die Raumluftfeuchte unter 50 Prozent, gibt Lehm Feuchte an den Raum ab. Im Gegensatz dazu nimmt Lehm ab 50 Prozent Feuchtigkeit auf. Das bedeutet, dass selbst hohe Feuchtigkeitsbelastungen im Haus über Tage und Wochen ausgeglichen werden können. Ein praktischer Nebeneffekt: nie wieder beschlagene Spiegel. Diese Voraussetzungen ermöglichen den langfristigen Einsatz der Naturmaterialien im Bau.

Das Karlsruher Institut für Technologie forscht außerdem an dem möglichen Einsatz von weiß verfaulenden Pilzen in der Form von Bausteinen. Aus den Pilzfäden kann Masse geformt und anschließend getrocknet werden, damit der Pilz nicht weiterwächst. Da der Baustoff aus Pilzen jederzeit zu Kompost verarbeitet werden kann, wäre ein damit gebautes Haus beinahe komplett recycelbar.

Auf die Kombination kommt es an

Effizient zu bauen heißt, darauf zu achten, dass der Baustoff nicht nur eine lange Lebensdauer hat, sondern auch ökologisch abbaubar und wiederverwendbar ist. Ein nachhaltiger Bau kann nach Fertigstellung zertifiziert werden, etwa nach dem Standard der DGNB. Wenige natürliche Baustoffe sind jedoch vollkommen nachhaltig oder unbedenklich einsetzbar. Beim Einsatz von alternativen Pflanzenstoffen wie Hanf ist die Nachhaltigkeit zwar besonders hoch, allerdings ist Hanf selbst nicht hitzebeständig – die Brandgefahr steigt. Um die Baukosten dennoch dauerhaft ausgleichen zu können, kommt es deshalb auf eine geschickte Kombination der Baustoffe an.

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