Immobilie und Gesellschaft

Steigende Nachfrage nach energetischen Sanierungen

18.

Februar 2021

Der deutsche Gebäudesektor spielt eine große Rolle mit Blick auf die Erreichung der Klimaziele: Immerhin entfallen auf ihn knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs in der Bundesrepublik. Wie das Bundeswirtschaftsministerium nun mitteilte, hat die Zahl der Förderanträge für die energetische Sanierung von Gebäuden vergangenes Jahr deutlich angezogen. Konkret hat sich die Summe 2020 gegenüber Vorjahr nahezu verdoppelt – sie kletterte von 326.000 Anträgen für die verschiedenen Gebäudeeffizienzprogramme des Ministeriums auf rund 600.000. Hintergrund dieser Entwicklung ist auch, dass der Bund die Mittel für die energetische Gebäudesanierung drastisch erhöht hat. (Quelle: www.handelsblatt.com)

„Die Verbesserung der Förderung in den Gebäudeeffizienzprogrammen ist gut für das Klima und gut für die Konjunktur, gerade in Zeiten von Corona“, kommentierte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Sie hat ihr Ziel erreicht und einen sprunghaften Anstieg von Investitionen in Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt ausgelöst.“ Altmaier zufolge werden sich die förderbedingten CO2-Einsparungen verglichen mit früheren Untersuchungen bis 2030 auf 14 Millionen Tonnen verdoppeln – ein bedeutender Beitrag auf dem Weg, die Klimaziele zu erreichen.

Öl-Austauschprämie zahlt sich aus

Einen Großteil des Anstiegs bei den Förderanträgen machte die starke Nachfrage nach Fördermitteln für den Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien aus. Die Summe der entsprechenden Anträge vervielfachte sich von 76.000 im Jahr 2019 auf mehr als 280.000 im vergangenen Jahr. Rund zwei Drittel davon wurden im Zuge einer Sanierung beantragt. Dabei kam die im Januar 2020 angelaufene Ölaustauschprämie, in deren Rahmen Hausbesitzer beim Umstieg von Öl auf klimafreundlichere Energieträger eine zusätzliche Austauschprämie erhalten, vielfach zum Tragen. Insgesamt gingen 110.000 entsprechende Anträge ein. Mit Blick auf die geförderten Heizungstechnologien erwies sich die Wärmepumpe mit 144.000 Anträgen als am beliebtesten, gefolgt von Biomasseanlagen und Solarthermie.

Klimaneutral bis 2050

Die Bundesregierung will bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Aktuell scheint dieses Ziel jedoch weit entfernt, die Sanierungsquote liegt lediglich bei rund einem Prozent pro Jahr. Neubauten müssen zwar von Anfang an höhere Ansprüche im Hinblick auf Nachhaltigkeit erfüllen, fallen aber im Vergleich kaum ins Gewicht. Umso wichtiger ist die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung im Lauf der vergangenen Jahre Milliardenbeträge zur Förderung der Gebäudesanierung lockergemacht. 2020 wurde noch mal aufgestockt. Statt der 1,85 Milliarden Euro, die 2019 für die Förderung der energetischen Gebäudesanierung zur Verfügung standen, waren es 2020 bereits rund 8,6 Milliarden Euro. Darunter fielen mehrere verschiedene Förderprogramme, beispielsweise das CO2-Gebäudesanierungprogramm der KfW und das „Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ (MAP) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

BEG soll weiteren Sanierungsschub bringen

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums kam es 2020 beim CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW zu einer knappen Verdoppelung der Zusagen für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus-Standard (von 11.000 im Jahr 2019 auf 20.000). Die bewilligten Einzelmaßnahmen kletterten von 81.000 im Vorjahr auf 105.000. Und auch die Zahl der geförderten Neubauprojekte stieg deutlich an: von 44.000 auf 93.000.

Mit Blick auf das neue Jahr ruhen die Hoffnungen des Bafa vor allem auch auf der zu Jahresbeginn angelaufenen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG), die für einen zusätzlichen Sanierungsschub sorgen soll. Darin werden die bisherigen Programme der Bundesregierung zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich gebündelt. Anträge sollen so unkomplizierter gestellt und Verfahren effizienter umgesetzt werden können.

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