Immobilienkauf

Baukindergeld wird kaum in Großstädten genutzt

30.

Januar 2020

Das 2018 eingeführte Baukindergeld erfreut sich bei Familien offenbar weiterhin großer Nachfrage – 171.510 Anträge auf die Eigenheimförderung sind zwischen Anfang 2018 und November 2019 bei der KfW eingegangen. Das Fördervolumen dieser Anträge liegt bei rund 3,6 Milliarden Euro. Wie aktuelle Auswertungen zeigen, fließt das Gros dieser Förderung offenbar in erster Linie in ländlichere Regionen und kleinere Städte.

Gerade einmal 7.100 Anträge auf Baukindergeld wurden in den Top-7-Metropolen gestellt, also lediglich etwa vier Prozent des gesamten bisherigen Antragsvolumens (Quelle: www.polis-magazin.com). Dabei bilden die sieben größten deutschen Städte rund zwölf Prozent der deutschen Bevölkerung ab, worauf auch das Handelsblatt hinweist (Quelle: www.handelsblatt.com). Bereits ältere Auswertungen machten deutlich, dass nur 16 Prozent der Anträge in Großstädten gestellt werden (Quelle: www.tagesspiegel.de). Bei den Großstädtern kommt die Eigenheimförderung also offensichtlich kaum an.  

Förderung fliesst in Bayern vor allem in Ein- und Zweifamilienhäuser

Das zeigen auch aktuelle Zahlen aus Bayern, wo das Land beim Baukindergeld zusätzlich zur Bundesförderung von insgesamt 12.000 Euro pro Kind noch 3.000 Euro hinzugibt und außerdem eine Eigenheimzulage in Höhe von 10.000 Euro gewährt (Quelle: www.sueddeutsche.de). Das Baukindergeld fließt in Bayern zu mehr als 80 Prozent in Ein- und Zweifamilienhäuser und nicht einmal zu einem Fünftel in Eigentumswohnungen, wie aus einer Antwort der bayerischen Landesregierung auf eine Anfrage aus dem Parlament hervorgeht (Quelle: www.mistol.de).

Ein- und Zweifamilienhäuser befinden sich typischerweise in ländlicheren Regionen, während in den größeren Städten in erster Linie Eigentumswohnungen gebaut und gekauft werden. Die Zahlen aus Bayern zeigen ebenfalls, dass die Förderung hauptsächlich für Bestandsobjekte in Anspruch genommen wird und nur zu einem kleinen Teil für Neubauten.  

Wenig Wirkung in Großstädte

Dass das Baukindergeld vor allem in den Bestand fließt und den Wohnungsbau kaum ankurbelt, ist der Fördermaßnahme aber nicht zwingend anzulasten, da dies auch gar nicht ihr Hauptzweck ist. Das Förderinstrument soll in erster Linie Familien dabei unterstützen, Wohneigentum zu bilden, und so die in Deutschland sehr niedrige Wohneigentumsquote erhöhen.

Ob das Baukindergeld in der Praxis allerdings tatsächlich einen entscheidenden Anreiz zur Eigentumsbildung setzt oder vor allem von Familien in Anspruch genommen wird, die auch ohne die Fördermaßnahme Wohneigentum gekauft oder gebaut hätten, lässt sich aktuell noch nicht beurteilen, wie Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft im Handelsblatt betont. Klar scheint dagegen zu sein, dass das Baukindergeld kaum Wirkung in den Großstädten erzielt, wo die Wohneigentumsquote besonders gering ist und deshalb erhöhter Handlungsdruck besteht.  

Umfrage: Die Hälfte der Nicht-Eigentümer wünscht sich Wohneigentum

Dabei ist der Wunsch nach Wohneigentum in der deutschen Bevölkerung einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge weit verbreitet. So gaben 51 Prozent der befragten Personen ohne Wohneigentum an, gerne eine Wohnimmobilie besitzen zu wollen. Jedoch befinden sich nur 19 Prozent in konkreten Planungen, jetzt oder in Zukunft tatsächlich Wohneigentum zu erwerben – während 32 Prozent sich zwar Wohneigentum wünschen, dies aktuell für sich persönlich aber als unrealistisch betrachten (Quelle: www.welt.de).

Die größte Hürde auf dem Weg zu den eigenen Wänden stellt der Umfrage zufolge, die vom Immobilienverband IVD in Auftrag gegeben wurde, das nötige Eigenkapital dar. 68 Prozent der befragten Nicht-Eigentümer mit Eigentumswunsch bewerteten das Eigenkapital persönlich als Schwierigkeit, die der Bildung von Wohneigentum entgegensteht. Weniger Probleme bereiten demnach die monatlichen Aufwendungen für Zins und Tilgung eines Immobilienkredits; dies bewerteten nur 43 Prozent der Befragten als Schwierigkeit.

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