Immobilie im Bestand

Wann lohnt eine Fussboden- oder Wandheizung?

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08.

April 2021

Eine Fußbodenheizung galt lange Zeit als Luxus, der in der Wand verankerte gusseiserne Heizkörper war wohl in den meisten Wohnräumen Standard. Im Zuge der Umorientierung hin zu nachhaltigeren Heizungsvarianten wie Wärmepumpe oder Solarkollektoren, wie sie mittlerweile in Neubauten gang und gäbe sind, kommt man mittlerweile allerdings oft nicht mehr an der Fußbodenheizung vorbei. Tatsache ist zudem: In der Regel ist ein warmer Fußboden nicht oder kaum teurer als die sogenannte Radiatorheizung, wie der Standard Heizkörper formal heißt. Da bei einer Fußbodenheizung die Wärme vom Boden in die Höhe steigt und sodann von Wänden und der Decke herabstrahlt, lässt sich die Raumtemperatur so sogar stabiler halten als mit einer herkömmlichen Heizung. Dauerkalte Füße gehören dann sowieso der Vergangenheit an. Weitere Pro- und Kontra-Argumente der Fußbodenheizung und wann eine Wand- oder sogar Deckenheizung Sinn ergibt, haben wir im Folgenden für Sie zusammengetragen

Flächenheizung: platzsparend und ökologisch

Grundsätzlich funktionieren Fußbodenheizungen über fest verankerte Rohrleitungen im Boden, die für eine optimale Wärmeverteilung im Raum sorgen. Ein starkes Argument für eine Fußbodenheizung ist der ökologische Fußabdruck, der bei ihr ein gutes Stück kleiner ausfällt als beim klassischen Heizkörper: Da Fußbodenheizungen über die gesamte Fläche des Bodens Wärme abgeben, arbeiten sie nämlich deutlich effizienter als Radiatoren und können entsprechend bei niedrigerer Temperatur laufen, ohne dass sich die Wärmewahrnehmung und damit der Wohlfühlfaktor verändern. Während Radiatoren aufgrund ihrer deutlich kleineren Oberfläche eine Vorlauftemperatur von rund 50 bis 60 Grad benötigen, reicht bei Flächenheizungen eine deutliche geringere Einstellung von 30 bis 35 Grad. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern freut auch den Geldbeutel.

Allerdings sind Fußbodenheizungen schwieriger zu regulieren: Sie heizen langsamer auf und brauchen länger, um die Temperatur wieder herunterzufahren. Das liegt zum einen an der großen Fläche, die beheizt werden muss, zum anderen daran, dass der in diesem Zusammenhang verwendete Estrichboden ein starker Wärmespeicherkörper ist. Insofern ist es mit einer Fußbodenheizung kaum möglich, über Nacht die Temperatur signifikant herunterzukühlen, auch das spontane Komplettabschalten an Sommertagen ist eher schwierig. Hierauf kann aber in gewissem Maße durch die Bodendicke Einfluss genommen werden: Ein dünnerer Belag lässt naturgemäß schneller und mehr Wärme durch.

Grundsätzlich hat der Einbau einer Fußbodenheizung auch Auswirkungen auf den Boden an sich beziehungsweise den Bodenbelag: So ist etwa bei Fußböden aus Holz oder Kork eine spezielle Fußbodenheizung notwendig. Der bei Fußbodenheizungen leicht höhere Preis geht, wenn vorhanden, auf die damit einhergehende notwendige Dämmung zurück.

Eine Fußbodenheizung nachträglich einzubauen, etwa in einem bewohnten Altbau, ist zwar auch möglich, aber ziemlich aufwendig. In diesem Fall sollten Eigentümer auf eine andere Heizkörpervariante zurückgreifen. Mischen sollte man die verschiedenen Systeme jedoch nicht: Nicht nur ist eine Kombination ineffizient, vor allem lässt sich die Raumtemperatur umso schwerer kontrollieren. Das führt dazu, dass sich die Hitze in der Wohnung staut.

Wandheizung sorgt für bestes Raumklima

Äquivalent zur Fußbodenheizung werden bei Wandheizungen Heizungsrohre in der Wand verlegt. Diese werden entweder innerhalb von Trockenbauwänden oder auf den Rohwänden installiert, bevor sie, in letzterem Fall, von einem extra dafür geeigneten Putz überdeckt werden. Nachdem die Heizwärme dann den Putz beziehungsweise die Wand aufgeheizt hat, gibt letztere die Wärme an die Räumlichkeiten ab. Experten zufolge ist die Wärmeeinstrahlung über die Wandfläche sowohl effizienter wie auch angenehmer als eine Wand- oder Deckenheizung. Auch werden bei Wandheizungen die Fußböden praktischerweise direkt miterwärmt. Umfragen haben ergeben, dass das Raumklima bei diesem Heizungssystem am angenehmsten bewertet wird.

Ein Nachteil ist allerdings, dass Wand- und damit Wärmeflächen in der Regel durch Fenster unterbrochen werden. Gerade bei bodentiefen Fenstern muss dann zusätzlich geheizt werden. Außerdem dürfen an den beheizten Wandflächen keine Möbel platziert werden – auch das macht die Wandheizung in der Umsetzung zum Teil schwierig zu handhaben. Vorsicht gilt zudem beim Einschlagen von Nägeln oder Dübeln in die beheizte Wand.

Im Hinblick auf den ökologischen Aspekt besticht die Wandheizung jedoch mit ihrer besonderen Effizienz: Da die Gesamtwärmefläche bei Wandheizungen deutlich größer ausfällt als bei Fußboden und Decke, kommt das System mit einer nochmal um bis zu drei Grad Celsius niedrigeren Temperatur aus – was sich nicht zuletzt auch positiv auf das Portemonnaie auswirkt.

Mit Deckenheizung auch im Sommer auftrumpfen

Auch bei einer Deckenheizung handelt es sich, wie bei den anderen beiden Exemplaren, um eine Flächenheizung mit Wärmeabstrahlung in den kompletten Raum, die auf einem Trägersystem aus Rohrleitungen mit Warmwasser besteht. Einer der spezifischen Vorteile: Während die Rohre bei Neubauten direkt im Beton der Decke integriert werden, ist es auch problemlos möglich, diese nachträglich unterhalb der Decke zu fixieren und durch eine weitere Schicht wie Beton oder eine Trockenbauplatte abzudecken. Verglichen mit Fußboden und Wandheizung kann bei einer Deckenheizung die gesamte Heizfläche Wärme abgeben, ohne dabei durch Möbelstücke, Teppiche oder Vorhänge gedämpft zu werden. Ein weiterer positiver Nebenaspekt: In Kombination mit einer Erdwärmepumpe kann eine solche Deckenheizung im Sommer sogar zu Raumkühlung genutzt werden.

Alternativen zum klassischen Heizsystem über einzelne, über die Wohnung verteilte Heizkörper gibt es also mehrere. Die genannten Flächenheizungen unterscheiden sich zwar in einzelnen Aspekten, der ökologische Vorteil gegenüber kompakten Heizkörpern ist ihnen jedoch allen gemein. Das Gleiche gilt für den optischen Eindruck: Da sämtliche Flächenheizsysteme hinter Wand, Decke oder Boden versteckt werden, sind sie praktisch unsichtbar. Damit geht einher, dass sie weniger Staub aufwirbeln als der klassische Heizkörper unter dem Fenstersims – ein wichtiger Faktor für Allergiker und Asthmatiker. Nicht zuletzt hat dies auch zur Folge, dass die Flächenheizungen – im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkörpern – nicht saubergehalten werden müssen.

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